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Workshop zum Heft VIELFALT (Foto: OH)
17. April 2020 EMSOPipit

„Lernen ohne Wettbewerb“

Interview mit Dr. Hyun Sun OH aus Südkorea zum Kinderprogramm der EMS

Mit dem Bildungsprogramm YOU + ME: FRIENDS AROUND THE WORLD nimmt die EMS Kinder aus den Mitgliedskirchen in den Blick und vernetzt sie. Das geschieht auf Augenhöhe und international.

Seit Oktober 2019 unterstützt Dr. Hyun Sun OH aus der Presbyterianischen Kirche von Korea (PCK) das Team des Kinderprogramms hauptamtlich mit zehn Stunden pro Woche. Die EMS möchte damit die Erfahrung sammeln, wie vielfältig Internationalisierung gelingen kann. Dr. Hyun Sun OH ist Pfarrerin der PCK und Dozentin für Theologie und Pädagogik der Space Elizabeth bei Seoul. Sie ist seit Jahren als Mitglied des Missionsrats mit der EMS verbunden.

Wie reagieren die Menschen in Südkorea auf das Angebot der EMS, international mit Kindern zu arbeiten?

Fast alle, die an den Workshops in Südkorea bisher teilgenommen haben, sind Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit den Bildungsbereichen ihrer Kirche verbunden sind. Ihnen gefällt, dass das Thema Vielfalt nicht nur Unterschiede, sondern auch die Gemeinsamkeiten von Kindern weltweit benennt und dass die Kinder durch das Arbeitsheft VIELFALT dazu eingeladen werden, in Kontakt mit Kindern weltweit zu treten. Außerdem finden sie es im Arbeitsheft VIELFALT hilfreich, dass Themen sehr praktisch mit der Bibel verknüpft sind. Es ist gut, bei den Gedanken und Geschichten der Kinder selbst anzufangen und sie erzählen zu lassen und dann gemeinsam in der Bibel zu lesen.

Was erfahre ich bei einem Workshop, in dem Sie das EMS-Kinderprogramm vorstellen?

Dazu möchte ich gern einen Teilnehmenden zitieren: „Generell erwarten Mitarbeitende im Kindergottesdienst, dass Kinder gestellte Fragen beantworten. Durch den Workshop habe ich erfahren, dass Kinder von sich aus ihre eigenen Ideen, Meinungen und Gefühle teilen, wenn wir sie dazu motivieren.

 

 

 

Da die koreanische Gesellschaft auf sozialen Erfolg setzt, ist das Leben der Kinder auf Wettbewerb ausgerichtet. Die Kinder sind gewohnt, sich erst zu überlegen, was denn andere sagen würden und ob ihre Antworten falsch oder richtig sind, bevor sie ihre eigene Meinung äußern. Das VIELFALT-Heft zeigt, dass einfache Fragen den Kindern helfen, ihre eigenen Erfahrungen zu schildern. Damit ermutigen wir sie, ihre Ansichten ohne Wettbewerb und Druck zu formulieren. Ich denke, dass sind starke Ansätze des Programms.

Gibt es etwas, das speziell in Südkorea wichtig ist für so ein Kinderprogramm?

Christliche Kinder in Südkorea sollen Jesus als Freund erfahren und nicht als jemanden, der sie beurteilt oder straft. Ich hoffe, dass koreanische Kinder Frieden lernen, so wie es dieses Programm vermittelt. In einem geteilten Land wie meinem sind wir alle, Erwachsene und Kinder, es gewohnt, viele Diskussionen über Frieden zu hören, aber was wir brauchen, ist der konkrete Frieden in unserem Alltag.  

Was meinen Sie, was Kinder aus Südkorea, aber auch aus anderen Ländern, für die Zukunft von unseren Kirchen brauchen?

Friedenserziehung ist wichtig. Indem Kinder ihre Ideen und ihr Verständnis von Frieden teilen, hören sie weltweit auf die Stimmen der anderen und beten gemeinsam. Alles, jedes Thema und jede Idee, kann unter den Kindern dieser Welt geteilt werden, wenn wir dieses Programm weiterhin umsetzen. Wir in der EMS haben verstanden, dass Kinder durch unser Programm kreativ und offen sein können, und das alles mit Spaß, oder etwa nicht?

 

Wolke
Dr. Hyun Sun OH

Dr. Hyun Sun OH ist Pfarrerin der PCK und unterstützt hauptamtlich auch das Kinderprogramm der EMS in Südkorea.

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