19. Juni 2020 EMSOPipit

COVID-19 Pandemie: Massive Auswirkungen auf Kinder

Ökumenischer Rat der Kirchen: Schutz von Kindern während der COVID-19-Pandemie besonders wichtig

Die globale Ausbreitung des neuen Corona-Virus stellt viele Länder vor massive Herausforderungen. Kinder erkranken zwar zum Großteil mild, aber sie sind von den sozialen Auswirkungen stark betroffen und brauchen besonderen Schutz.     „Initiativen zur Eindämmung des Corona-Virus sind von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit der Bevölkerung der Welt, aber sie führen auch zu einem höheren Risiko von Gewalt gegenüber Kindern – einschließlich Misshandlungen, geschlechtsspezifischer Gewalt und sexueller Ausbeutung“, heißt es in der Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen (kurz: ÖKR). 

In der Erklärung wird beschrieben, dass mehr als 1,5 Milliarden Kinder zurzeit nicht in die Schule gehen können. „Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Einkommensverluste, Isolierung, zu viele Menschen auf beengtem Raum und eine hohe Stressbelastung sowie Angst erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder körperliche, psychische und sexuelle Gewalt zu Hause erleben und beobachten – das gilt besonders für Kinder, die bereits in gewaltgeprägten und dysfunktionalen familiären Situationen leben.

Diese Situation verschärfe sich, so heißt es in dem Text, weil Kindern der Zugang zu Schulfreunden und -freundinnen, Lehrkräften, Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen und zu dem sicheren Raum und den Dienstleistungen fehle, die Schulen bereitstellten.

„Die am schutzbedürftigsten Kinder – einschließlich Flüchtlingen und Migrierenden und Kindern, die zu den Binnenvertriebenen gehören, der Freiheit beraubt wurden, ohne die elterliche Fürsorge oder auf der Straße und in städtischen Slums leben müssen, behindert sind oder in konfliktbefangenen Gebieten leben – geben Anlass zu besonderer Sorge (…) Bei vielen wird die zunehmende wirtschaftliche Prekarisierung die Gefahr von Kinderarbeit, Kinderehen und Kinderhandel vergrößern.“

Die Unterzeichner der Erklärung fordern die Regierungen sowie die internationale Gemeinschaft und Führungspersönlichkeiten in allen Sektoren auf, schnell und mit einer gemeinsamen Initiative Kinder vor der erhöhten Gefahr der Gewalt und des Missbrauchs zu schützen.

Mehr Informationen unter: https://www.oikoumene.org/de/press-centre/news/index/protecting-children-is-urgent-during-covi-19-pandemic

Der Ökumenische Rat der Kirchen ist eine weltweite Gemeinschaft von Kirchen auf der Suche nach Einheit, gemeinsamem Zeugnis und Dienst. Die Erklärung wurde unterzeichnet vom Vorstand der Globalen Partnerschaft zur Beendigung der Gewalt gegen Kinder.

Wolke

A. Kallenberger und A. Schumm

Koordinatorinnen des EMS-Kinderprogramms

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